Leserbrief zu „GEO Saison“, 2/18

Im aktuellen „GEO Saison“, 2/18, steht eine Geschichte zu Sri Lanka. Im Infobereich heißt es unter der Sparte „Lieber nicht ...“: „... mit öffentlichen Bussen über Land fahren. Im chaotischen Verkehr sind sie besondere Sicherheitsrisiken, es kommt immer wieder zu Unfällen.“ Darauf muss ich einfach antworten mit einem Leserbrief an GEO Saison, verschickt am 13. Januar:

 

Ab in die Busse

Lassen Sie mich eine Lanze brechen für die öffentlichen Busse auf Sri Lanka: Tausende von Kilometern habe ich in ihnen zurückgelegt und kann von unzähligen Erlebnisse erzählen. Sei es der Straßenmusiker, der mir zu Ehren bei voller Fahrt auf Deutsch „Oh Tannenbaum“ gesungen hat. Oder der Tamile, der aus Jaffna floh, um dem Bürgerkrieg zu entgehen, dann in einem Kloster in der Schweiz als Koch arbeitete und 2012 zurückkehrte – um mit seinem Ersparten ein Guesthouse in Nilaveli zu eröffnen. Erzählt hat er mir seine Geschichte in feinstem Schweizerdeutsch, die Einladung folgte auf den Fuß. Nur um zwei Begegnungen zu nennen.

Unfälle? Ich habe keinen erlebt und kenne persönlich keinen Weißen, der davon erzählt hat. Vielmehr sollte man den Jungs am Steuer vertrauen, denn sie machen ihren Job normalerweise gut und wissen, was sie tun.

Wer allerdings im geschlossenen Fahrzeug mit eigenem Fahrer und am besten noch klimatisiert unterwegs ist, wird diese Erlebnisse nicht haben. Als Reisender ist man dann zwar auf Sri Lanka unterwegs, Sri Lanka selbst aber wird man verpassen.

Stefan Blank, Autor des Reiseführers „Sri Lanka“ bei Iwanowski