Gestern auf dem Frankfurter Flughafen: Da gibt’s immer Freiexemplare von Zeitungen, auch von denen, die normalerweise nicht zu meinen Standards gehören. So die “Bild am Sonntag”, BamS. Und siehe da: Reiseschriftsteller-Ikone Helge Timmerberg braucht Geld. Warum sonst sollte er in der BamS eine Spalte, eine Kolumne bekommen, in der er Reste und Wortbrei absondert? “Wie ich in Indien einmal Kartoffelbrei sausen ließ” (BamS, 25. Juli, S. 50) heißt das Machwerk und ist völlig überflüssig, sogar breiig. Das Beste daran ist das Foto von Timmerberg. Denn er sieht recht reiseschriftstellermäßig aus, so ein bisschen urwüchsig, bärtig, Haare flott nach hinten. Ja, und er erzählt der geneigten Leserschaft, dass er mal von Indien überland nach München gehetzt sei, um im Restaurant des Münchner Hauptbahnhofs den vorher im Fiebertraum ersehnten Kartoffelbrei zu essen. Sein Fazit: “Und immer wenn ich auf meinen späteren Reisen wieder mal unter Heimweh litt, dachte ich an diesen Moment zurück, in dem ich entgeistert auf meinen Teller starrte und dachte: Jesus Christus, so geil ist Kartoffelbrei nun auch wieder nicht.” Schließe mich an: “Helge, so geil ist Deine Kolumne nun auch wieder nicht.”
When in Bali, dann lies auch Bücher über Bali, ist ja klar. Vor meinem Balitrip hatte ich mir auf den Büchertisch gepackt: “Hundert Jahre Paradies” (hätte fast Einsamkeit geschrieben;-) “Die Schaffung einer indonesischen Ethnie auf Bali” von Mario Koch. Klingt ambitioniert? Klar, isses auch, aber gut. Hier geht’s zum Büchertisch …

Tach auch aus Bali. Hier gibt’s WIFI, kann ich mal wieder was erzählen. In der Bangkoker Khao San Road hat sich seit dem letzten Jahr nicht viel getan: Same same. Der größte Unterschied, ist mir sofort aufgefallen: Die wunderbaren Sandaschenbecher unten an der Busstation am Flughafen sind weg. Und die waren ja eigentlich ein Highlight. Vielleicht sind die wegen Bombengefahr oder whatever abgeschafft worden. Die Busse aber fahren noch, die privaten Minibusse zurück zum Flughafen haben wie immer Verspätung, es ist laut, es ist dreckig, und das New Siam I ist immer noch das, was es mal war. Same same, sagte ich ja schon;-)

Hallo Stefan
Hier kommt das Foto.
Der Fahrer wollte 10 Bath von uns damit wir ihn fotografieren duerfen. Er war so gluecklich
Liebe Gruesse
C&K
P.S. Die Khao San Road hat uns!
Und noch ne Meldung von Katja und Chrissi:
“haben gestern einen transporter gesehen mit der aufschrift: FARANG-TRANSPORT
haben es fotografiert und der fahrer hat sich so gefreut weil er dachte dass das foto und die begeisterung ihm galt
”
“Farang-Transport”, das hat was. Wohin werden die Farangs transportiert? Und wie? Tiertransport? Leider haben mir die Mädels kein Foto geschickt, dann wäre Klärung möglich gewesen. So ein kleiner, fieser Minibus mit Gittern vor den Fenstern, das wär’s doch?!
Chrissi und Katja sind in Thailand unterwegs und haben sich vorher von mir ein wenig beraten lassen: Wohin gehen? Visum? Was nicht tun? Was tun? Und mein “Bangkok mittendrin” haben sie gleich mitgenommen. Zur Belohnung für Stefan Blank gibt’s eine nette Mail aus Thailand:
“Hallo Stefan
Chrissi und ich haben ihr buch sehr genossen und viel dabei gelacht!
Nur ein paar stellen die uns simmer begleiten:
sachen wie…’mann- sind wir typische farangs’ ist zum running gag zwischen uns geworden wenn wir beim handeln mal wieder verloren haben
dann hat uns auch das thai boxing training sehr amuesiert. so sehr dass wir das jetzt auch in Bangkok machen wollen.
kamikaze fahrer haben wir auch schon kennenkelernt! zu wahr!
und beim thema Cola und Whisky (aber nicht schon vorher gemischt
) gehoeren wir zu den hardcore farangs…. und es hilft!
im moment sind wir in Chiang Mai. unsere letzten 2 wochen haben begonnen und wir wollen noch gar nicht nach hause. Chrissi wurde gestern nach ihrer thai massage in den arm genommen weil sie so ‘tapfer’ war. Wir hatten alle viel spass besonders die frau die sie massiert hat !
bis bald
Chrissi & Katja”
… und dabei das Bloggen nicht vergessen. Also: Letztes Wochenende war Fotofestival in Hannover. Feine Sache: Gute Bilder, gute Vorträge, gute Gespräche, gutes Bier. Was will Mensch mehr. Und gute Ideen habe ich mitgebracht. Einige davon werden einfließen in mein aktuelles Projekt “24 Stunden Friedrichshafen“, das zur Zeit am meisten Zeit kostet. Außer dem klassischen Brot- und Buttergeschäft, irgendwie muss ich ja mein Geld verdienen, logisch. Also mit dem Projekt geht’s am Samstag weiter, workshoppen. Zu Gast: Frank Steinbach, geschätzter Fotografenkollege aus Kölle. Dann wieder kurz verschnaufen, bevor’s am 10. Juli dann ab nach Bangkok geht. Die Khao San Road mal richtig ordentlich reportagemäßig fotografieren. Einen Tag später ab nach Bali auf Recherche für zwei Wochen. Also langweilig wird’s nicht …
Immer gut, wenn wir die Mutter aller Alternativ-Traveller-ich-will-kein-Geld-ausgeben-aber-trotzdem-authentisch-mich-mit-den-Einheimischen-verbrüdern-Reiseführer, also wenn wir “Lonely Planet” ein wenig in die Pfanne hauen können. Oder besser: Wenn andere das für uns machen. So geschehen in der “Süddeutschen Zeitung” vom 21. Mai: “Eierweise Ruhm“, nette Geschichte von Karin Steinberger.
Chris, geistiger Kollege in Sachen Reisen, hat mich per E-Mail sanft dazu überredet, “Ohne Geld bis ans Ende der Welt” von Michael Wigge zu lesen. Dafür muss er jetzt die Kritik aushalten, die auf dem Büchertisch liegt. Aber das wird er, danke für den Tipp;-)
“Guck mal, da ist ein ganzer Absatz über Dich in der Zeitung”, sagte die Monika Blank letzten Samstag. Und siehe da: Der Südkurier hatte in seiner Wochenendausgabe eine nette Geschichte drin. “Ganz sicher an die Grenze – Zwischen Fahrradhelm und Adrenalinschub: Muss der Mensch gefährlich leben?” von Roland Wallisch. Schön, das Kollege Wallisch aus meinen Bali-Buch “Bali mittendrin” die kleine Episode “mit der Harley auf dem Highway” eingeflochten hat. Tut gut, liest sich alles auch gut. Hier geht’s zum Artikel im “Südkurier“.