Archiv des Autors: stefanblank

Da hat mein Vater den Andreas Altmann im Talk bei Backes in der Glotze gesehen und fand dessen Auftritt so merkwürdig, dass er ihm kurzerhand eine pointierte Mail geschrieben hat:

“Guten Tag Herr Altmann, als ich sie gestern beim Rumzappen in einer Plappershow im SWR unter den Talkern entdeckte, traute ich meinen Augen nicht. Ich bin Fan ihrer Bücher, die ich oft in einem Zug durchlese. Als reisender Schreiber von Format heben sie sich wohltuend von der Masse der üblichen Reiseschriftsteller ab. Ein Individualist, der sich nicht vereinnahmen lässt. Und dann vermarkten sie sich unter Hohlrednern.Das haben sie nicht nötig.

Mit freundlichen Grüßen”

Nicht schlecht, die Einlassung, hätte auch von mir sein können.

Die Antwort von Altmann allerdings ist auch nicht schlecht, hier ein Auszug:

“hurra, Sie haben zugeschaut, haha, natürlich vermarkte ich mich, wenn immer ich kann: ein Buch ohne Leser ist ein Scheißbuch, deshalb müssen die Leser davon erfahren!”

Und da hatter recht;-)

Ohne Worte - so sieht's auf Mauritius aus: neulich an Sugar Beach. Foto: Stefan Blank

Ohne Worte - so sieht's auf Mauritius aus: neulich an Sugar Beach. Foto: Stefan Blank

Mauritius ist irgendwie recht überschaubar. Heute, auf dem Rückweg vom Botanischen Garten, wieder mit dem Bus und wieder mit dem selben Fahrkartenverkäufer, der gestern das Buildl von mir gemacht hat. Und er hat gleich gecheckt, dass die gute alte D 700 gelitten hat. Muss wohl an dem scheffigen Paketklebeband liegen, mit dem ich die Abdeckung des Kartenschachtes, die gerissen ist, gefixt habe. Denn die Kamera hat sich im Food Court der Caudan Waterfront selbstständig gemacht und klatschte aus Kniehöhe auf den Steinboden. Aber alles funzt. Und zur Belohnung gibt es jetzt das schicke Foto von mit nochmal mit einem ebenso schicken und korrekten Fotonachweis:

Merci, Anil, pour faire la photo! Thanks Anil for making the picture!

Stefan Blank im Bus auf Mauritius. Foto: Anil Soorelall, Grande Gaube, Mauritius

Stefan Blank im Bus auf Mauritius. Foto: Anil Soorelall, Grande Gaube, Mauritius

… dann kann er was verzählen oder so, sagte Matthias Claudius. Bin also grad auf Mauritius, und der freundliche Fahrkartenverkäufer im Bus wollte unbedingt mal die Kamera anfassen, konnte es kaum glauben, was so ein Ding kostet, und hat dann zur Belohnung ein Bild von mir gemacht. Hier isses: Reisejournalist Stefan Blank unterwegs. Das machend, was er am Besten kann: Reisen. Und drüber schreiben, klar, es gibt ja was zu erzählen, ab März 2012 bei Ihrem Buchhändler;-)Stefan_Blank_auf_Mauritius

Hier ist das Wetter grau und trübe, Zeit für einen Tapetenwechsel: Ab Montag, 14. November, bin ich auf Mauritius unterwegs. Recherche für Iwanowski’s Reisebuchverlag, das dazugehörige Buch soll im März 2012 erscheinen. 2012 selbst ist auch schon gut verplant, “ich habe große Pläne”, um mit Peter Fox zu sprechen, der ja nun in Berlin selbst gar nicht so wohlgelitten ist mit seinen Stadtaffen, wie mir ein berliner Gewächs erzählt hat. Aber das nur am Rande. Die nächsten Rechercheprojekte führen mich nach Südengland, dann geht’s wieder nach Indonesien. Ja, hart ist das Leben eines Reiseführerautors;-)

Ja, in der letzten Meldung konnte ich mit meiner Medienkarriere in der Provinz angeben, heute wieder auf Normalmaß Richtung kleines Licht gestutzt. Denn gestern war der 51. Geburtstag von Christoph Schlingensief. Den er nicht mehr erleben konnte. Am 21. August 2010 ist er gestorben an Lungenkrebs. Und hat nicht nur seine wirklich besondere Kunst der Nachwelt hinterlassen, sondern auch ein schönes Buch: “So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!”, das Tagebuch seiner Krebserkrankung. Nicht schmalzig, nicht fatalistisch, vielleicht einfach nur realistisch geschrieben, wenn ich das so sagen darf. Unbedingt lesenswert. Gut ist auch, dass sein Operndorf in Burkina Faso Form annimmt und der Pavillon auf der Biennale in Venedig ein schöner Ort der Betrachtung geworden ist. Freitag nachmittag werde ich dort wieder sein. Zwar keine Kerze anzünden in Schlingensiefs eigener Kirche, aber sicher an ihn denken.

Mei, so viel der Ehre, der 19. Oktober 2011 wird in die Blankschen und ewigen Annalen eingehen, die nicht vorhandenen Enkel freuen sich jetzt schon auf die Abende am nicht vorhandenen Kamin: Stefan Blank war “Kopf des Tages” in der Schwäbischen Zeitung: “Nach zehn Jahren als Geschäftsführer einer Ravensburger Werbeagentur hatte der Friedrichshafener Stefan Blank genug vom Büroalltag und suchte eine neue Herausforderung. (…)” (Hier geht’s zum pdf) Genau, so isses. Damit aber nicht genug: Am selben Tag im Ravensburger Lokalteil der Schwäbischen Zeitung: “Auch ein Traumjob macht Arbeit – Stefan Blank, früher Geschäftsführer einer Ravensburger Werbeagentur, arbeitet jetzt als Reisejournalist” und ein schicker Artikel dazu aus der Feder des geschätzten Kollegen Bernd Adler. Glückwunschtelegramme trafen ein, der AB war voll mit Freundschaftsbekundungen, die Buchverkäufe stiegen ins Unermessliche. Na ja, nicht ganz. Aber schon eine feine Sache. Für das Bali- & Lombok-Buch und das kleine Ego, natürlich. Hier geht’s zum Artikel in der Schwäbischen Zeitung:

Stefan_Blank_Zertifikat_Wat_PoUnd was hat der Blank da eigentlich gemacht, da in Bangkok, vor dem Hochwasser und dergleichen? Nun, was ich schon immer mal machen wollte: einen Kurs in Thai Massage im Wat Po. Hat nix aber auch gar nix mit Sex oder sonstigen Auswüchsen zu tun, sondern ist eine alt-ehrwürdige Massagetechnik, über die Jahrhunderte entwickelt, die seit 19hundert ungrad eben am Wat Po gelehrt wird. Der Einsteigerkurs dauert fünf Tage, und wer das anschließende Examen besteht, kann ein Zertifikat mit nach Hause nehmen. Und kann und darf vor allem echt und richtig und mit den kräftigen Daumen massieren auf Thai, klar. Interesse? Dann bitte melden und hinten anstellen;-)

Grad aus Bangkok zurück habe ich gestern noch lauthals verkündet, dass das nahende Hochwasser in Bangkok eher lässig mitgenommen wird, dass die Thai halt einfach noch ein paar Sandsäcke auflegen. Von Sorge oder Angst war in der Tat nix zu spüren, der Chao Praya schwappte ein wenig über, die Speedboote hatten ein wenig weniger Speed drauf. Gestern aber ein ausführlicher Bericht im Weltspiegel, und auch Spiegel Online hat eine Geschichte. Dann hoffen wir mal das Beste!

Jo, nach weiteren sieben Tagen in Bangkok, immerhin jetzt ein schickes Zertifikat der Thai-Massage-Schule des Wat Po in der Tasche, muss ich sagen: same same. Vor der Gecko Bar sitzen immer noch die selben Freibiergesichter und richten ihre Gesundheit systematisch per Alkohol zugrunde. Das New Siam Guesthouse ist wie es war und wird es auch beim naechsten Mal sein. Die gute alte KSR ist die gute alte KSR. Nur, aha, ein McDonalds hat eroeffnet, und die Polizeistation einen neuen, schicken, glaesernen Anbau erhalten. Soweit also Bangkok. See you again next year;-)