Monats-Archiv: Februar 2009

Auswandern? Oh ja, endlich mal was Gscheids machen in der großen, weiten Welt, in Asien, da ist’s immer so schön warm und der Mensch dort also solcher freundlich. Tauchlehrer oder so, das wär schon was. Nun denn, die Phase hatte ich auch mal und bin deswegen in der Tat "PADI Divemaster" geworden, um dann in Thailand in einer coolen Tauchschule zu arbeiten. Ist offensichtlich nichts draus geworden, deswegen bin ich hier im deutschen Winter. Schön aber, wenn es solche Erfolgsgeschichten gibt, wie grad im "Spiegel" zu lesen. Also: auf nach Koh Lanta und deutsches Brot essen!

 

Was für eine Geschichte, gerade lief sie durch die hiesige Zeitung: Unter einer Brücke findet die Bangkoker Polizei einen Körper, und der dazugehörige Kopf liegt in der Nähe. Von oben herunter hängt ein Seil. Klingt wie eine Sherlock-Holmes-Geschichte. Anscheinend aber hat sich ein Italiener vor Liebeskummer mit einem Strick um den Hals von selbiger Brücke gestürzt. Das Ergebnis war dann optisch nicht so prickelnd. Aber aus der Story könnte man einen Roman machen. Das Leben ist halt doch verrrückter, als ein Schreiberling sich das im stillen Kämmerlein ausdenken kann.

 

Die Story vom 20. Januar (s. u.) ist doch noch gut ausgegangen: Der Australier Harry Nicolaides (41) hatte ein Buch über seine Zeit in Thailand geschrieben und ging als Belohnung drei Jahre in den Thai-Knast. Wegen Majestätsbeleidigung. Jetzt hat ihn selbige Majestät begnadigt, Nicolaides ist schleunigst zurück nach Australien entschwunden …

 

Der Mann hatte am gleichen Tag Geburtstag wie ich und ist in Sachen Schreibe schlichtweg genial. Voller Ehrfucht habe ich gerade John Updikes "Terrorist" quasi in einem Zug durchgelesen. Und Seite 171 gibt mir glücklicherweise die Gelegenheit, an dieser Stelle zu berichten: "’Werden denn diese Würmer und Viren nicht ständig verschickt, und dann stellt sich heraus, dass die Quelle irgendein armer, einsamer Teenager ist, der in Bangkok oder in der Bronx in seiner verlotterten Bude hockt?!’" Bangkok also, damit gilt’s, hier zur Besprechung.

 

Der heutige Vormittag stand lesetechnisch im Zeichen des "Zerbrochnen Krug" von Kollegen Kleist, der Job will das so. Da aber die "Büchertisch"-Seite hier auf der Website die am besten besuchte ist, sollte ich mal wieder nachlegen. Kein Problem, hier ein Buch, das mich sehr begeistert hat, von einem alten Bekannten, der seit langem einer meiner favorisierten Autoren ist: Paul Theroux und "The Elephanta Suite".

 

Gelungene Kritiken sind eine feine Sache. Das tut gut und fühlt sich prima an. Vor allem, wenn man, also ich, daraus noch etwas lernen kann. Beispielsweise für weitere Projekte. Kollege Jürgen Scholz von www.thaiminator.de trifft mit gut gewählten und treffenden Worten in seiner Besprechung von "Same Same" den Nagel auf den Kopf bei meinem Bemühen "keinen glattgebügelten Kulturquatsch" zu erzeugen;-)

"Stefan Blank fotografiert die Khao San Road. Seine Bilder fangen messerscharf das ein, was wir für typisch halten. Und sie zeigen Details, die wir fast übersehen hätten. (mehr…)

 

Ist zwar noch eine Weile hin, aber "time goes by fast" wie der Engländer zu sagen pflegt: Stefan liest am Dienstag, 21. April 2009, ab 19.30 Uhr im Ravensburger Weltladen. Gerade zurück aus Bali gibt’s dann sicher frische Impressionen aus Kuta und Poppies Lane.

 

And now to something completely different: Hatte bei meiner Lesung im Studio 17 letzten Dienstag meine gute, alte Nomos Tangente Toki ums Handgelenk. Ein bekennender Uhrenfreund hat das gesehen und mich mit Foto gleich mal im "Nomos Forum" untergebracht. Sicher auch eine Form von "Guerilla Marketing";-)

 

So eine Lesung ist ja immer eine ganz spezielle Sache: Kommen genug Leute? Funktioniert die Technik? Finden die Besucher das Zeugs lustig, das du da liest? Interessiert sie die Khao San Road überhaupt? Haben sie eine gute Zeit, kaufen sie das Buch dann auch und bleiben am Ende noch eine Weile da? Am Dienstag hat im Häfler Studio 17, bis auf das Mikro, alles gestimmt. Das ist doch ein guter Anfang, so ein Buchpremiere, darauf kann Stefan aufbauen. Die örtlichen Medien waren’s zufrieden: "Schwäbische Zeitung" und "Südkurier" haben wunderbar berichtet. Von hier einen dankbaren Gruß an die KollegInnen von der schreibenden Zunft!