Etliche Leute fragen mich zur Zeit, was denn da in Thailand abgeht. Spezialist bin ich keiner. Meine Theorie aber ist recht einfach: Stadt gegen Land, Land gegen Stadt. Thaksin hat damals die Menschen des Isan überzeugt, gekauft, hat den Berlusconi gemacht, und die Armen aus dem Armenhaus waren begeistert. So gewann er die Wahl. Im Grunde seines Herzens aber ist Thaksin ein ganz ordinärer Verbrecher, der zu Recht zu zwei Jahren verknackt wurde und jetzt im Exil lebt, wohl in Dubai. Seinen Fans aber hat sein Abgang das Herz gebrochen.
Dann gibt’s noch die städtische Elite in Bangkok. Auch korrupt, auch mächtig. Die Menschen vom Land beäugt sie skeptisch, sieht sie als Tuk-Tuk-Fahrer, Hausmädchen und Prostituierte. Und da sollen sie auch bleiben. Thaksin war entsorgt, jetzt witterte die Elite Morgenluft. Das Militär mischte ein bisschen mit, am Ende gab es Neuwahlen, und es gewann Thaksin. Nicht er persönlich, aber sein Schwager wurden Ministerpräsident. Und dann schickt die Bangkoker Elite ihre Büttel auf die Straße, um auch ihn zu entsorgen. Klug gemacht, Flughafen besetzt. Die Geschichte kennen wir.
Heute nun ist die Regierungspartei vom Obersten Gericht verboten worden, wegen gefälschten Wahlergebnissen. Macht aber nichts: Die Jungs gründen eine neue Partei, wählen einen neuen Ministerpräsident, und auch das wird ein Thaksin-Klon sein. Und, das ist wirklich dumm: Selbst bei kompletten Neuwahlen würde wohl die Partei Thaksins wiedergewählt. Die Situation ist also aussichtslos. Es sei denn, der König spricht ein Machtwort. Freitag hat er Geburtstag, eine gute Gelegenheit …
