"Thailands Zukunft ist düster", hat Robert Hetkämper gerade im "Weltspiegel" gesagt. Und wenn Hetkämper das sagt, dann sollten wir uns wirklich und echt Gedanken machen. Nett isses, wenn Touris jeden zusätzlichen Tag in Bangkok 44 Euro als Ausgleich vom thailändischen Staat bekommen. Davon lassen sich in Bangkok etliche Suppen und Bierchen kaufen. Und überhaupt gibt’s einen Militärflughafen nördlich von Bangkok, über den 50 Flieger am Tag die Touris wieder wegschaffen. Kein Problem in einem ordentlich organisierten Polizeistaat. Aber viel schlimmer ist, dass keine Touristen nachkommen. Und der Schaden, der damit sowohl von den gelben als auch von den roten Demonstranten angerichtet wird, ist gewaltig. Was geht also ab? Momentan bleibt nur die Hoffung und der Glaube, dass es irgendwie gut ausgeht. Aber Hetkämper hat auch hier die Scheckung: Das Gespenst "Bürgerkrieg" geht um …
In Bangkok wird’s immer chaotischer. Mittlerweile sind beide Flughäfen besetzt, es geht gar nichts mehr rein oder raus. Einen Hauch Sympathie hatte ich ja für die Guerilla-Taktik der Demonstranten. Einen Flughafen besetzen, damit der "Feind" nicht einreisen kann, das hat schon was. Aber jetzt ist dann schluss mit lustig, "Spiegel Online" kommt mit richtig fetten Zahlen: "Experten an der Universität der Thailändischen Handelskammer haben ausgerechnet, dass die Tourismusbranche Umsatzeinbußen von bis zu 120 Milliarden Baht, etwa 2,6 Milliarden Euro, einfahren könnte, wenn die Tumulte noch einen Monat anhalten sollten. Allein der internationale Flughafen in Bangkok fertigt etwa 100.000 Reisende am Tag ab – 70 Prozent von ihnen sind Touristen. Etwa 15,5 Millionen Menschen besuchten allein in diesem Jahr das beliebte Urlaubsland."
In Bangkok geht’s ab. Klar, der Internationale Flughafen von Bangkok ist ein Graus’. Aber jetzt macht das Teil richtig Geschichte: Demonstranten haben ihn erobert, nichts geht mehr, die Angst vor einem Militärputsch geht um. Hier bekämpfen sich Eliten, die ihre Stellvertreter als rote oder gelbe Brigaden in "die Schlacht" schicken. Gut kann das fast nicht mehr ausgehen. Gewalt wird befürchtet, Touristen sitzen fest. Zum Heulen: Was wird aus dem "Land des Lächelns"? Leute, besinnt Euch bitte auf die Worte des Buddhas und den achtfachen Pfad. Mehr in Spiegel Online.
Die heutigen Nachrichten aus Thailand sind traurig und gleichzeitig ermutigend. Auf der einen Seite werden die Demos in Bangkok wieder heftiger: "Demonstranten kesseln Parlament in Bangkok ein – Der Protest in Thailand verschärft sich: In der Hauptstadt Bangkok haben Zehntausende Regierungsgegner das Parlament umzingelt", schreibt "Spiegel Online". Auf der anderen Seite bleibt ein bekannter Kinderschänder sechs weitere Jahre in Haft. Das ist gut. Interessant ist mit Sicherheit auch, dass das gleiche Online-Blatt ein paar Seiten weiter, auf den Hintergrundseiten zu Thailand, unten rechts, eine kleine Anzeige stehen hat: "Nette Thailänderinnen- Internationale Partnervermittlung für Thailand". Ja, damit sind dann wohl alle an Thailand interessierten Seiten bedient …
Jetzt dachte ich, das sei eine gute Idee. Und zeitgemäß. Und hip. Wollte mir also eine Domain besorgen, auf der sich die gute alte Khao San Road erzählen und oder abbilden lässt. www.khaosanroad.com gehört John, Engländer in Bangkok, er will mit dem Ding noch Millionen machen. Die kriege ich nicht. www.khaosanroad.de gehört einem, der seit 2003 offensichtlich nix mehr gemacht hat mit der Domain, aber auch gute Kohle dafür will, verstellig sollte der Betrag schon sein, sagt er. www.ksr.de gehört irgendjemand, Zweck nicht nachvollziehbar. Und www.khao-san-road.de gehört einem Paar, das nette Erinnerungen an die KSR hat, und daher die Domain nicht hergeben. Das kann ich verstehen. Anyway: www.thanon-khao-san.de ist jetzt die meinige. Also das Ganze auf Thai. Auch nicht schlecht, oder? Mal sehen, was sich daraus entwickeln lässt …
Nein, vergessen hatte ich es nicht, aber die Erkältung hielt den normalen Werdegang des Blogs auf: Die letzte Lesung im Rahmen des "KulturApéros" von FESSLER/STEMMER/BLANK, wurm architektur und SAFEPLAN am 7. November war ein Erfolg. Zumindest hat sich niemand beklagt;-) Vier Storys aus der Khao San Road habe ich zum Besten gegeben, von "Getting there" bis, natürlich, auf einem Fest: "Drinking". Prompt sind an der Bar 100 Cocktails mehr getrunken worden als 2007. Vielleicht lag’s an meiner Geschichte? Ein paar Bilder gefällig? Gerne.
Mit ein bisschen Glück und den Kräften der Erdbeschleunigung erscheint demnächst mein Machwerk. Das ist doch etwas. Mehr kann ich jetzt gar nicht sagen, um den künftigen Verleger nicht unter Druck zu setzen. Aber eins ist sicher: Wenn’s irgendwie möglich ist, dann soll das Buch noch vor Weihnachten erscheinen. Damit’s dann unter dem Weihnachtsbaum meiner (zukünftigen) Fangemeinde eine gute Figur macht. Klingt gut? Finde ich auch. Das Lektorat schafft heftig was weg, die Druckerei lässt die Maschine schon vorglühen, und alle sind in bester Hoffnung. Aber wie sagte der in Ehren ergraute Golf-Pro in Spanien damals: "We will see." Das tun wir.
Ja mei, mit einer fetter Erkältung, den üblichen Hals- und Gliederschmerzen, da kannst einfach nix machen. Doch: Lesen. Habe gerade in einem Rutsch Mario Puzos "The Godfather" gelesen, was für ein Buch. Die Verfilmung ist klasse, aber das Original ist besser. Puzo aber soll nicht besprochen werden. Hat ja nix mit Reise oder Thailand oder Bangkok zu tun. Dafür hat Helge Timmerberg wieder zugeschlagen. "In 80 Tagen um die Welt" heißt das Machwerk, läuft in der hiesigen Bücherei als Bestseller. Die Frage ist nur: Warum?
Jetzt habe ich gestern mal die neu gemachten Fotos aus dem Bangkok der letzten Woche durchgeflippt für eine kleine Präsentation am Freitag, 7. November. Selbige läuft ab, während ich eine Lesung mache beim "3. KulturApéro" von wurm achitektur, SAFEPLAN und Fessler/Stemmer/Blank. 220 BesucherInnen haben sich angemeldet, sollte also ordentliche Arbeit abliefern. Meine Bilder sind ja ganz okay, aber hier, blätter, blätter, gibt es einen, der’s deutlich besser kann: Peter Nitsch gelingt es hervorragend, Bangkok ins rechte Bild zu setzen. Sein Fotoband "Bangkok – Urban Identities" weiterlesen …
Ist es nicht beruhigend? Die KRS verändert sich nicht wirklich. Zumindest nicht in den letzten sechs Monaten. Same same …
Sechs Tage war ich jetzt dort und habe jede Menge Inspiration mitgebracht und, das war das Ziel: Das Buch ist fertig. Zumindest mein Beitrag. Jetzt folgt das Lektorat, die Redaktion und dann die Veröffentlichung. 18 Kapitel sind’s geworden, wie geplant. Die meisten geschrieben im New Siam I, meiner Stammunterkunft an der Khao San Road. Jack Kerouac soll sein "On the Road" ja an einem Stück geschrieben haben, heißt es. Seine Frau hat ihm die T-Shirts ausgewrungen und die nötigen Drogen verabreicht. Frau hatte ich nicht dabei, Drogen habe ich keine gebraucht, aber harte Arbeit war’s: Habe jeden Tag gute fünf Stunden ins Laptop gehackt und das Ganze auf dem Rückflug nochmal gesichtet, bis der Akku leer war. Find’s immer noch gut, aber das muss ich ja sagen;-)