Klingt erstmal gut, dass Thaksin in Abwesenheit zu zwei Jahren verurteilt worden ist. Immerhin ist der Mensch erwiesenermaßen ein ganz ordinärer Verbrecher. Wenn auch ein reicher, mächtiger und vor allem immens einflussreicher. Einen erhellenden Kommentar zu den neuesten Entwicklungen in Thailand bringt mal wieder mein Lieblingsblättchen (immerhin gehört mir als Genossenschaftler die Zeitung;-), die "taz".
Hab ich eigentlich schon gesagt, dass es nächsten Sonntag nach Bangkok geht? Nun denn: Beim Sortieren der möglichen Reiselektüre – alles über Bangkok natürlich – ist mir wieder ein todschicker Bangkok-Führer in die gierigen Hände gefallen: das schmale Bändchen "Wallpaper City Guide Bangkok", mit feinem Daumenregister, mit allerfeinsten Fotos, allerschönsten werblichen Texten und allergelungensten Design-Hinweisen. Ob’s taugt?
Jetzt habe ich gerade ein Kapitel von "Being Lonely Planet: Thailand" fertig. Kapitel 10, "Courses", zehn Tage Retreat im Kloster, da begegnet mir diese nette kleine Website, nein, ein Blog, rund um das Thema Meditation in Bangkok. "LittleBang – The Little Bangkok Mediation Guide" heißt das Projekt und macht Interessierten Freude. Bei allem, was in Bangkok in Sachen Demos und Gewalt im Regierungsviertel abgeht, hier kann mensch ein wenig zur Ruhe kommen. Oder, wie der ehrenwerte Ajahn Tiradhammo immer zu sagen pflegte "Sit and watch your breathing". Mehr ist nicht zu tun.
Anscheinend gibt es Menschen, die sich in Bagkok auf die Socken machen, um die Demonstrationen anzuschauen, Fotos zu machen oder sogar T-Shirts zu kaufen. Das ist meiner Meinung nach hochgradig seltsam. John, Herausgeber der Website www.khaosanroad.com, warnt dann auch davor und hat recht:
"Given the events in Bangkok this week (see local press – Bangkok Post), it is no longer advisable to visit the the Government House protest area. I know a lot of people have been going down there and taking pictures (and even buying T-shirts to mark their visit) but right now it’s best avoid it. Remember: KSR is well away from the protest area and probably as safe as it normally is. Likewise the rest of Bangkok. Stear clear of Government House right now and enjoy the rest of the capital."
Bin gestern mitm Zug gen Zürich gefahren und hab’ schmunzelnderweise in einem richtig schönen Buch geblättert: "Thailand – Same same, but different!" heißt der sehr gut gemachte Fotoband. Mit dem selben Motto bin ich in Isny zum diesjährigen Schreibwettbewerb angetreten und konnte den 3,5 Platz machen. Belohnung: Vorlesen bei der Preisverleihung. Und das Motto des Schreibwettbewerbs 2009 in Isny heißt eben: "Same same, but different!". Aber zurück zum Buch:
Heute in Spiegel-Online, ein Auszug aus dem Artikel "Thailänder fürchten Tourismuseinbruch": "In Bangkoks berühmtester Touristenstraße Khao San Road schien das Geschäft am Mittwoch normal zu laufen, dabei liegt die Straße in der Nähe des Parlament. "Es ist nicht so voll wie sonst", sagte ein Guesthouse-Besitzer zu Reuters, "doch es läuft ok. Wir haben zwar ein paar Absagen, aber immer noch neue Buchungen."
Na, dann hoffen wir mal, dass das so bleibt und vor allem besser wird. Genug Gewalt im Land des Lächelns …
Leider geht’s in Bangkok nach einer kurzen Phase vermeintlicher Ruhe wieder ab: Prügeleien, Dutzende Verletzte, der Premierminister flieht, sein Stellvertreter tritt zurück. Undurchsichtig ist die Situation nach wie vor. Hoffen wir das Beste, damit im Land des Lächelns bald wieder Ruhe einkehrt. Nicht auszudenken, was diese gewalttätigen Aktionen für Auswirkungen haben auf den Tourismus und natürlich die Khao San Road. Leiden müssen offensichtlich alle, ob beteiligt oder nicht. Also: mal langsam! Bitte im Sinne Buddhas an die Sache herangehen: Nicht-handeln. Aktuelles und Hintergründe gibt’s beim Spiegel.
Friedrichshafen
Stefan Blank schreibt Buch über „turbulenteste Straße der Welt“ in Bangkok

Der Friedrichshafener Stefan Blank schreibt derzeit an einem Buch über den Rucksacktourismus. Genauer gesagt: über die Khao San Road in Bangkok, das weltweite Zentrum der Traveller. Auf dieser nur 400 Meter langen Straße pulsiert das Leben, und Stefan Blank fängt es ein. In schnellem Tempo, mit viel trockenem Humor schickt er in seinem Text „Being Lonely Planet: Thailand“ den fiktiven Journalisten Michael Maier durch das Gewühl der vielleicht turbulentesten Straße der Welt. Dabei entsteht ein Text jenseits aller eindeutigen Genres. Der SÜDKURIER sprach mit Stefan Blank über sein schriftstellerisches Projekt, für das er in diesem Jahr mit dem Künstlerförderpreis der Stadt Friedrichshafen ausgezeichnet wurde. (rup)
Was ist das Einzigartige an der Khao San Road?
Es ist meiner Ansicht nach fast die einzige verbliebene berühmte Straße, an denen sich noch immer die Traveller treffen und die ihren Charakter behauptet hat. (mehr…)
Spaßenshalber habe ich den Namen mal gegoogelt, und in der Tat gibt es ihn noch (nicht nur den Namen, auch den Menschen):
"Jay Shelfer (U.S.A.)
Jay is a well known Cheng Man Ching practitioner of many years experience and is now based in California. Jay taught spiralling energetic movements, techniques of breathing, and methods of visualisation." Ende der 1980er, Anfang der 1990er war er mein Thai Chi-Lehrer in Kho Phangan. Darauf gekommen bin ich gerade durch den Geschmack einer Tasse Tee mit Zitronengras. Denn frischen Lemongrass-Tea gab’s immer in den Pausen während des Thai Chi-Kurses in Kho Phangan. Jay Shelfer hat nach eigenen Erzählungen eine spannende Lebensgeschichte:
Koh Fuk: Was für ein genialer Name für eine Insel, die in der Nähe von Koh Samui liegen soll. Und auf der Insel geht eine Art "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" ab. Am Ende steht Walter am Strand und wird zum "Wichs-Walter". Dafür verschwindet er auf einer Familienfeier zum Geburtstag seines Vaters und seiner Schwester. Und noch einer verschwindet. Klingt strange? "Mensch ohne Hund" heißt das Buch von Hakan Nesser, momentan einer meiner Schreib-Favoriten. Jede der 542 Seiten ist lesenswert. Und ein Teil der Geschichte sollte in Thailand enden. Was will man mehr an einem verregneten Tag wie heute?