Monats-Archiv: September 2008

 Gestern in Ravensburg: ein Abend für die Sinne zum Thema Thailand. Durfte die ersten zehn Minuten nutzen und lesen. Was einem alles passieren kann auf dem Weg vom Bangkoker Flughafen zur Khao San Road. Hat sehr viel Spaß gemacht. Aber eins muss ich klären: Dass ich 1977 das erste Mal in Thailand war, soll nicht heißen, dass ich jenseits der 50 bin. Vielmehr war ich damals elf Jahre alt. Und das war eine rechts Hetz in der Lufthansa als "UM" (unaccompanied minor), habe alle Flugbegeleiterinnen terrorisiert. Was ich heute natürlich nicht mehr machen würde.Stefan liest bei dwp, 25.09.08

 

Normalerweise ist Kollege Matussek vom "Spiegel" ja nicht meine erste Wahl. Aber hier hat er ein richtig gutes Thema und vor allem eine richtig gute Type aufgetan: Der Australier Gregory Roberts hat ein Buch über sein Leben und über Bombay/Mumbai geschrieben. Ist zwar nicht Bangkok, aber irgendwie kommen einem die Umgebung, die Menschen und vor allem Roberts bekannt vor. Nicht zu vergessen das Café Leopold, das nun wirklich mitten in der Khao San Road sein könnte. Und Matussek fährt bei Roberts auf dem Moped mit, quer durchs Gewusel. Die Szene kenne ich von Herzen, damit landen wir im zweiten Kapitel meines Berichts "Being Lonely Planet: Thailand". Einfach mal reinschauen: Matussek aufm Moped in Bombay.

 

Wenn Pepe Carvalho nach Bangkok geht, dann kommt dabei etwas Besonderes heraus. Immerhin ist der spanische Autor Manuel Vázquez Montalbán einer der zeitgenössischen Cracks im Krimi-Business, und sein Held, eben Pepe Carvalho aus Barcelona, ist eine besondere Type. Ihn verschlägt’s nach Bangkok, denn eine alte Freundin, Teresa, ist dort in echten Schwierigkeiten. Weiter geht’s auf dem Büchertisch.

 

 
 

Am 25. September also ist in Ravensburg die nächste Lesung aus "Being Lonely Planet:Thailand". Die Ochsentour vom Flughafen in Bangkok zur Khao San Road werde ich vorlesen. Ochsentour? Na klar: Von wegen mit Minibus für 150 Baht, das kann ja jeder. Mit dem Public Bus und das bei strömendem Regen, bei Hochwasser, bei Überschwemmungen, mit dem Motorrad-Taxi!!! Und wer das schon mal gemacht hat, der weiß, wovon ich rede. Wer es noch nicht weiß, die/der sollte vorbeikommen. Hier die offizielle Einladung.

 

Was für eine Meldung heute in der "taz". Thailands Regierungschef Samak Sundaravey muss wegen Schweinsfüßen zurücktreten. Seine Nähe zum Essen, Kochen, vielleicht auch zum Schmausen oder gar Mampfen sieht man dem Kollegen ja an, keine Frage. "Eines seiner Rezepte, so heißt es, seien in Coca-Cola eingelegte Schweinsfüße", sagt die "taz". Und dass er mit einer Kochshow "Probieren und Meckern" ein paar Piepen verdient hat, zum Einkaufen, wie er sagt, seit ihm unbenommen. Nur: Laut thailändischer Verfassung darf er neben seinem Parlamentarierjob kein Geld verdienen. Also: weg mit Samak Sundaravey. Aber, auch das ist asien-typisch: Wir werden ihn in Kürze sicher wiedersehen, hier bei diesem Theater.

 

Heute in der "taz", Nicola Glass schaut treffend hinter die Kulissen:

Thailand wird auf lange Zeit ein geteiltes Land bleiben

Eliten kämpfen um Machterhalt

Die thailändische Regierung kann mit einem Ausnahmezustand vielleicht zunächst für Ruhe sorgen – befrieden wird sie die Lage in Bangkok damit nicht. Dazu ist die gesellschaftliche Kluft zwischen Arm und Reich, Land und Stadt zu tief und es sind keine Konzepte erkennbar, um sie zu überbrücken."

Weiter …

 

"Touristen verlassen Backpacker-Straße Khao San"

schreibt "Spiegel Online" gerade. "Viele Touristen folgen bereits den Ratschlägen und stornieren Hotel- und Tourbuchungen. Backpacker-Hostels in der berühmten Khao-San-Straße in der Hauptstadt melden, dass die Gäste wegbleiben. "Sie scheinen sich unsicher zu fühlen", sagte Gästehaus-Besitzer Suthawan Ruangrat zur Nachrichtenagentur Reuters. "Viele haben ihre gebuchten Tourpakete abgesagt, und einige haben früh am Morgen ausgecheckt und das Hostel verlassen."

Schwierig ist es für uns zu verstehen, was da gerade ab- und wer gegen wen und warum auf die Straße geht. Der Hauptverantwortliche, Thaksin, sitzt im Exil in London und lässt es sich gut gehen. Seine Schergen, ihre Gegner, das Militär und die Polizei hauen sich gegenseitig die Köpfe wund. Die einen im gelben Hemd, die anderen im roten. Hoffen wir mal, dass der Alptraum für das Land des Lächelns bald vorüber ist …